USFD-Finale: Unser Tipp

Lena auf der Suche nach ihrem ESC-Song. Wir geben ihr unseren Tipp mit auf den Weg. (Bild: NDR/Universal Music)
Ich habe zwar unseren USFD-Team-Tipp schon im letzten Artikel über Lena, Raab und USFD bekannt gemacht, möchte hier aber noch einmal darauf eingehen, ging es im genannten Artikel doch eher um Analyse und Meinung zur Lena-Krise.
Hier also noch schnell “Unser Tipp Für Unseren Song Für Deutschland”, kurz: UTFUSFD:
Im heutigen Finale von “Unser Song für Deutschland” (20:15 Uhr, ARD) präsentiert uns Lena Meyer-Landrut nochmals sechs Songs, aus denen wir Zuschauer den ESC-Titel 2011 wählen sollen:
- Maybe
- Push forward
- Taken by a stranger
- What happened to me
- Mama told me
- A million and one
Jeweils zwei Songs stammen aus den Köpfen zweier Komponistenduos: “Maybe” und “Push forward”, meine persönlichen Darlings, haben Daniel Schaub und Pär Lammers komponiert.
“What happened to me” und “Mama told me” haben Lena selbst und Stefan Raab geliefert.
Den Sound von Lammers und Schaub mag ich sehr; das ist nicht zu glattes Song-Writing, klingt alles ein bisschen britisch, hat Spannung in den Harmonien. (Mein Tipp: Wer mal etwas mehr Musik von den beiden Berlinern hören will, sollte sich die Platte “Everyone is having fun” anhören, die Lammers und Schaub unter dem Projektnamen “Jack Beauregard” veröffentlicht haben. Sehr fein.)
Den typischen funky Raab-Sound bin ich etwas über, habe ich ihn doch schon zu häufig gehört. Musikalisch ist Raab daher zu berechenbar, wobei die beiden Nummern, die heute zur Auswahl stehen, solide sind. Beide Songs drücken nach vorn und passen am ehesten zum Eurovision Song Contest, ohne in die Euro-Pop-Trash-Gefilde abzugleiten, in denen allzu viele ESC-Teilnehmer jedes Jahr fischen.
Damit sind wir bei der Grundfrage, der sich jeder Einzelne unseres DÜSSELDORF.2011-Teams bei der Abstimmung zu stellen hatte: Bewertet jeder die Songs danach, wie sie ihm gefallen oder ob sie sich für das bunte ESC-Spektakel eignen?
Letztlich musste das jeder mit sich selbst ausmachen. Meine Favoriten “Maybe” und “Push forward”, die ich nicht nach ESC-Eignung bewerte, sind nicht auf Platz 1 gelandet. Bezeichnend.
Das Abstimmungsergebnis unseres DÜSSELDORF.2011-Teams sieht bis zum vierten Platz so aus:
- Platz: What happened to me – 50 % der Team-Stimmen
- Platz: Maybe – 17 %
- Platz: Taken by a stranger – 17 %
- Platz: Push forward – 16 %
“Maybe” und “Taken by a stranger” liegen gleich auf, daher noch die Nennung des vierten Platzes.
Also, ginge es nach unserem Team-Voting, würde es “What happened to me” nach Düsseldorf schaffen. Für unwahrscheinlich halte ich das nicht…
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„What happened to me“ ist der Song, bei dem am deutlichsten Lenas Talent erkennbar wird, allein durch ihre Performance aus einem mittelmäßigen Stück noch eine mitreißende Nummer zu machen.
Schon möglich, dass es zu so einem Überraschungssieg kommt, bei Satellite war es ja ähnlich.
„Maybe“ ist im Vergleich dazu vertrackter. Der Nachteil beider Songs ist aber der große Anteil des Orchesters, bei den Vorauswahl-Shows hatte man den Eindruck, dass hier weniger mehr wäre.
Das ist der große Vorteil von „Push Forward“, hier steht Lena ganz im Mittelpunkt und kann beweisen, dass ihr markanter Gesangsstil geeignet ist, tiefe Emotionen zu vermitteln. Berührend fand ich an ihrem Auftritt die spürbare Gleichzeitigkeit von Kind und Erwachsener.
Bei „Taken by a Stranger“ kann sie ihr schauspielerisches, parodistisches Talent entfalten. Das Aufregende an dem Stück ist vielleicht der Verdacht, dass noch gar nicht alle seine Möglichkeiten ausgeschöpft sind: es wirkt schon jetzt wie ein Klassiker, den man immer wieder neu interpretieren kann. Die Tänzerinnen sind nicht unbedingt notwendig, aber sie passen auch sehr gut dazu.
Anders bei „A Million and One“, hier wirken die Tänzerinnen etwas aufgesetzter. Das Stück ist Lena auf den Leib geschneidert, aber der Showanteil ist zu lieb und brav, das Stück wirkt so noch harmloser als es ist.
„Mama Told Me“ ist das Stück für alle, die mit dem Slogan „weniger ist mehr“ nichts anfangen können.
Taken by a stranger? Wie schießen ist das denn.
Endlich mal ne andere Lena. Dieses schubidu ging mir auf den Keks. Taken ist anders.